MFG-Veranstaltung “Twitter in der Unternehmenskommunikation”: von Mutti-Regel bis Hashtag-Strategie

Dienstag vergangene Woche fand die Veranstaltung “Twitter in der Unternehmenskommunikation” im Literaturhaus in Stuttgart statt. Die Veranstaltung wurde durch die MFG-Innovation organisiert, war schnell ausgebucht (200 Anmeldungen, 80 Warteliste) und wurde LIVE ge-streamt. Über die Twitterwall (im Bild unterhalb linke Seite) gepostete Fragen aus der Twitterwelt (von Anwesenden und/oder nicht Anwesenden) wurden teilweise von Referenten wie Moderation dynamisch aufgegriffen.

Twitter in der Unternehmenskommunikation - Event

Anbei meine Kurzzusammenfassung, zusammengestellt aus meinen Notizen (klassisch per Stift und Zettel), Zitaten, Twitterstream (*) #mfgtwit und den Präsentationsfolien.

Erfreulich aus meiner Sicht, dass nur die Hälfte der Anwesenden Twitter-Nutzer waren. Ein Blick auf die Teilnehmerliste zeigt, dass die andere Hälfte genau aus der Zielgruppe zusammen gesetzt war, um die es genau gehen sollte: Unternehmen u.a. aus den Bereichen Banken, Diakonie, Verbände, Stiftungen, Großkonzerne, Discounter, Mittelständische Firmen, KMUs, Unternehmensberatungen, Agenturen, Verlage…

Moderation

@mfg_innovation (Hannah Fesseler & Jürgen Pfeifle)
@jodeleit (Bernhard Jodeleit) u.a.

- Social-Media-Guidelines sind ein Thema für die Unternehmenskommunikation. Bloß nicht den Juristen und der IT überlassen
- Social Media als Full Time Job gibt’s nach unseren Informationen künftig bei weiteren großen Unternehmen. Erfreulich!

Referenten

@SparkassePFCW (Joachim E. Schröder, Medialer Vertrieb) u.a.

Strategie
- anfänglich keine (“… einfach mal angefangen”)
- es twittert der mediale Vertrieb
- keine feste Zielvorgabe (Anzahl Tweets)
Das bringt´s der Sparkasse
- Sponsoring: Neuer Follower, via DM [Anmerkung: "DM" = Direkt Message = nicht öffentlich] Austausch, Ansprechpartner wegen Sponsoring von Veranstaltungen vermittelt
- News: Kontoauszüge deutschlandweit von @fplag (156 Follower) erfolgreich getestet und getwittert
- Distribution von Presse-Infos: von @unitednetworker (1.530 Follower!!) getwittert worden
- Radio-Interview: durch Ankündigung Relaunch Website, Anfrage durch @patrick_sommer (75 Follower) & Durchführung Radio-Interview
Das erwarten die Follower von @SparkassePFCW
- nach Priorität sortiert Infos über
1. News
2. Veranstaltungen
3. Events
weitere…

@intertainment (Carsten Ulbricht, Rechtsanwalt) u.a.

- Twitter in der Rechtssprechung steckt quasi noch in den Kinderschuhen…
Dos and Donts
- Account-Name: Vorsicht bei Markennamen und Fake-Accounts, idealerweise eigene Namen oder Domainname verwenden…
- Profilbilder: idealerweise nur Bilder/Logos mit eigenem Urheberrecht verwenden…
- Impressum: Juristen uneins: braucht geschäftlicher Twitter-Account ein Impressum? laut @intertainment Link auf Homepage müsste ausreichen…
- Inhalte: v.a. Tatsachen sollten wahr, Meinungs- äußerungen vertretbar sein (Faustregel: “Was Mutti noch ok findet, können Sie schreiben”)
- Urheberschutz von Tweets: i.d.R. kein Urheberrechtsschutz, RT (= ReTweet) wohl zulässig
- Social-Media-Guidelines sollten im Vorfeld klar fixiert werden

@daimler (Uwe Knaus, Manager Web-Communications) u.a.

Erfolgsfaktoren
- Dialog & Authentizität: @Daimler >> Verknüpfung Marke mit Person (followen)
- Transparenz: 1. Monolog oder Informationen senden (nicht followen) z.B. @Daimer_News, 2. Dialog oder Senden & Empfangen (followen) z.B. @Daimer
- Geschwindigkeit: “Echtzeit-Massenmedium” z.B. TwitPic von Uwe Knaus wurde übernommen 1. für einen Blogbeitrag im Mercedes-Benz passion Blog oder 2. für einen Artikel in der Horizont Print-Ausgabe
- Netzwerkeffekte: durch @Replies und RT (= ReTweet). Follower können v.a. entweder selbst 1. viele oder u.U. – noch wichtiger – 2. relevante Follower im Sinne der Verbreitung haben.
Strategie:
Zuhören:
- Ohne Account: Monitoring für Issues Management
- Mit Account: Monitoring und nachhaken, eingreifen, steuern
Mitreden:
- Informationen senden
- Senden & Empfangen
Sonstiges
- Profilbilder sind wichtig: die meisten Follower kennt man eher durch das Bild, nicht durch den Namen

@netformic (Stephan Sigloch, Geschäftsführer) u.a.

Funktioniert gut
- Erfüllung der Erwartungshaltung, dass Internet-Agentur twittern muss
- Marketing für Blogbeiträge, Presse, Termine, Events
- Ansprache der Zielgruppen:
1. Stellensuchende
2. Presse
- Monitoring für NETFORMIC-Erwähnungen
- schnelle Echtzeitkommunikation (Monolog/Dialog)
Empfehlungen
- Twitter-#hashtag-Strategie analog einer Web-Schlagwort-Strategie
- Twittern = Zeit, Kapazität, Strategie =
1. mind. 0,5-1 Tag/Woche
2. Zeit = Arbeitszeit
3. motivierte (Führungsspitze bis) Mitarbeiter
4. Etablierung von Regelmäßigkeit
5. Strategie fixieren & verfolgen
6. keine übermäßige Rechtschreibschwäche

(*) Twitterstream: Zusammenfassung/Auflistung sämtlicher unter Angabe des Schlagworts (z.B.) #mfgtwit gezwitscherten Tweets auf einer Suchergebnisseite (z.B. http://search.twitter.com).

Vielen Dank an das gesamte MFG-Team für die Einladung & Organisation. Tolle Veranstaltung, bitte mehr davon. In diesem Sinne auf bald, euer @mrpoko.

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6 Kommentare zu „MFG-Veranstaltung “Twitter in der Unternehmenskommunikation”: von Mutti-Regel bis Hashtag-Strategie“

  1. Henning sagt:

    Danke für die Zusammenfassung, konnte ja leider doch nicht da sein. :-)

  2. Ingo sagt:

    Gern geschehen. Schon verrückt, was sich in den vergangenen gut zwei Jahren nur mal in Punkto Twitter aus unternehmerischer Sicht getan hat. Dieser Artikel, gefunden im Entrepreneur-Blog aus April 2007, dokumentiert auch mit seinen 18 Kommentaren die “damalige” Sichtweise ganz gut (finde ich) http://www.entrepreneur-blog.de/2007/04/21/twitter-mania/

  3. Henning sagt:

    Ja, schon sehr spannend, was sich da in den letzten zwei Jahren getan hat. Und es ist schwer absehbar, wo Twitter & Co. in zwei Jahren stehen werden.

  4. Ingo sagt:

    Sehe ich auch so. Aber aus der Sicht von Menschen, welche sich mit den IT-/Webthemen der Zeit beschäftigen, werden ganz sicher zwei weitere sehr spannende Jahre auf uns zukommen. Nur diejenigen, welche heute schon komplett “hinterherhinken”, werden immer weiter abgehängt werden. Die Herausforderung ist (aus meiner Sicht), diese Parallelwelten zwischen Digitals und Nicht-Digitals besser in den Griff zu bekommen. Oder: verfügt z.B. die Mehrheit der Eltern/Lehrer heutzutage überhaupt über ausreichend praktischen Erfahrungen um eine Ahnung entwickeln zu können, wie u.a. auch ein (Berufs-)Leben via Web heutzutage – geschweige denn in Zukunft – aussehen kann? Ich befürchte nein. Hmm, es fehlt ganz sicher auch an den Möglichkeiten, das Interesse besser wecken zu können…

  5. Henning sagt:

    Wir haben mehr und mehr Eltern, die selbst mit Computern aufgewachsen sind, wobei da das Internet in der Regel eher nicht dazugehörte. Dieses Problem wird sich im Laufe der Zeit also von selbst relativieren.

    Die Jugend wird allerdings natürlich immer den Älteren da vorauseilen. Und nicht nur deswgen brauchen wir brauchen natürlich auch mehr medienkompetente Lehrer. Nur solange die noch nicht von selbst von den Unis kommen, muss man natürlich entsprechende Fortbildungen machen. Aber hoffentlich welche, die auch hängenbleiben und nicht “da rein, da raus”.

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