Im April veranstaltete das Fritz-Erler-Forum Baden-Württemberg und die Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit der Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung im Geno-Haus Stuttgart die Veranstaltung Weltmacht Suchmaschine. Heute mal wieder ein Rückblick zu einem wie ich finde äußerst relevanten und immer wichtiger werdenden Thema.
Zwischen 18:00 – 20:00 Uhr fand der offizielle Teil statt, ab 20:00 Uhr gab es Raum für ein Get Together. Podiumsteilnehmer(*), Referenten , Moderation sowie die anschließende Diskussion aus meiner Sicht ein absolutes Plus.
(*) 6 Podiumsteilnehmer, Vertreter aus folgenden Sparten: 1 Suchmaschinen/Lycos, 2 Juristen vom Fach, 1 Politiker vom Fach, 1 IT-Sicherheit & Datenschutz PLUS 1 Moderatorin/Politikerin vom Fach.
Ablauf:
- 18:00 Veranstaltungsstart
- 10 Minuten Grußworte
- 10 Minuten Einstiegsfilm zur Thematik. Entwicklung Medienlandschaft seit den 90er Jahren bis 2015, Zukunftsszenario Entwicklung Suchmaschinen z.B. vs. Zeitung, Suchmaschinen werden noch mehr zur zentralen Datensammelstelle u.a. durch Social-Networking & auch Rating- und Tracking-Aspekte. Frage: was wird – auch ohne die Zustimmung der User – wo und wie verwendet? Sind sich alle dessen bewußt?
- Erste leichte Beklemmung bei den Besuchern ist spürbar, der Film war eindrucksvoll inszeniert.
- Im Anschluß eine Stunde moderierte Fragen/Antworten. Mehr oder weniger alle Vertreter bestätigen die gezeigte Zukunftsvision
- Im Anschluß 20 Minuten Fragen und Statements der Besucher.
- Im Anschluß 20 Minuten Abschlußstatements der Podiumsteilnehmer.
Fazit Podiumsteilnehmer:
- Wer wie z.B. Suchmaschinen Inhalte aus dem Internet veröffentlichen will, sollte durch die Gesetzgebung auch in Zukunft nicht grundsätzlich daran gehindert werden können. Gemeint sind sämtliche Inhalte, welche auf Webseiten, Blogs und sonstigen Portalen zur Veröffentlichung von persönlichen Daten, Bildern, Videos etc. von den Internet-Nutzern selbst aktiv veröffentlicht werden können.
- Augenmerk sollte allerdings auf dem Opferschutz liegen. Wenn rechtskräftige Urteile Veröffentlichungen verbieten muß sichergestellt sein, daß die betreffende Seite schnellst möglich abgeschalten werden kann (und v.a. anschließend nicht wieder auf irgendwelchen anderen Webseiten auftaucht).
Mein Fazit:
- Absolut relevantes Thema, sehr gute personelle Besetzung von Podiumsteilnehmer und Moderation sowie interessante und v.a. auch zahlreiche Zuschauer. Der Besuch hat sich gelohnt.
- Leider gehen Internet-Nutzer (vor allem auch gerade jüngere Menschen) äußerst unbekümmert mit dieser Problematik um. Bitte also nicht wundern, wenn die selbst aktiv gemachten Veröffentlichungen in Portalen für Social-Bookmarking (wie z.B. Mister Wong) oder Social-Networking (wie z.B. XING) oder Video-Portalen (wie z.B. youtube) auch von Menschen angeschaut werden, welche sich ein genaues Bild von einer Person machen wollen (z.B. Personalchefs im Falle einer Bewerbung).
Empfehlung:
- Es ist in heutiger Zeit unbedingt empfehlenswert, sich im Vorfeld eine Strategie zu entwickeln, welche Daten meiner eigenen Online-Vermarktung wie zuträglich sein können. Vor der Veröffentlichung habe ich mein Eigenmarketing noch selbst in der Hand, danach kann ich nur noch beobachten und im günstigsten Fall (siehe Strategie) davon profitieren.
- Ich meine damit ausdrücklich jeden Internet-Nutzer. Damit es bei jedem Klick macht empfehle ich jedem einmal seinen eigenen Namen in (z.B.) Google, Yahoo oder Lycos einzugeben. Viel Spaß…